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Gebrauchte Hindernisse

 

Letzten Endes wird von diesem Tage das bleiben,

was vom gestrigen blieb und vom morgigen bleiben wird: Die unersättliche, nicht zähmbare Begierde, immer derselbe und ein anderer zu sein.

Fernando Pessoa

 

Die Hölle, das sind die anderen
Jean-Paul Sartres unerbittliche Forderung an die Eigenverantwortlichkeit des Menschen gehört für mich zum Drehmoment seines Denkens. Sartre geht davon aus, dass der Mensch jederzeit etwas machen kann aus dem, was man aus ihm gemacht hat. Der Mensch ist selbst und ganz allein verantwortlich für das, was er unter Freiheit versteht, niemand anderes sonst.

 

Was den Homo sapiens jedoch daran hindert, den Gedanken an Freiheit und Verantwortung für sich weiterzudenken, sind seine Vorbehalte: das Wenn, das Hätte, das Aber, das Weil. Vorbehalte, die sich fast ausnahmslos auf andere Menschen oder Dinge beziehen: Ich könnte ja, ich wollte gern, ich möchte schon, aber wegen anderer Menschen und Zwänge geht das nicht. Die Gründe klingen plausibel, ethisch und moralisch gerechtfertigt. Selbst wenn es nicht offen ausgesprochen werden kann, weil so manches Tabu gebrochen werden müsste:

 

Die Hölle, das sind die anderen, auch dann, wenn es um die einmalige Lebenszeit, um die Chance selbstverantworteter Existenz geht. Die anderen sind oft wichtiger als wir, auch dann, wenn sie für uns deutlich erkennbar die Hölle sind.

 

 

 

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