Am Anfang war das Bild


Fotografien zeigen gefrorene Zeit. Sie sprechen zu uns aus der Stille

eines Momentes. Der wie die Zeit selbst nur eine flüchtige Gegenwart

erleben konnte. Bilder schaffen die Illusion, Zeit festhalten zu können.

Wenn hinter dem Bild eine eigene Wahrheit spürbar wird, zeigt sie sich

als ein Fragment gelebter Gegenwart.

 

Das ist die Brücke, die den Betrachter über das Bild, durch die Zeit, in

die reine Wahrnehmung führt. Ohne diese Verbindung zwischen Zeit und Wahrnehmung wären Bilder nur Bilder: leer, bedeutungslos und ohne Sinn.


In seiner eigenen Zeit zu sein, setzt eine Wahl voraus. Die bereit ist, den

Moment bedingungslos zu akzeptieren. Ohne die Angst, ihn sofort wieder

zu verlieren.


Bilder zeigen nur ihre Oberflächen. Sie offenbaren darauf nur das, was

sie sind: Bilder. Es ist der Blick, der entscheidet, ob etwas gesehen wird.

Wie zwei Menschen sich in ihren Blicken erkennen. In Blicken, die sie

zu Liebenden machen.

 

Die Zeit gehört, neben Licht und Raum, zu den drei «Ursubstanzen»

fotografischer Bilder. Zwischen dem Jetzt des Augenblicks und dem

So-war-es-gewesen, wird der Raum in der Fotografie durch die

Zeit bestimmt.


In der Bilderfindung vor Ort geht es um den «richtigen» Augenblick. Der

wird sichtbar durch die zeitlich bedingte, dramatische Erzählstruktur des

Bildes. Wenn es dazu noch gelingt, Zeit in erzählten Bildern zu gestalten,

führt das über die Gegenwart hinaus. 


Eingefrorene Zeit kann sich durch Fotografien zu Geschichten in der Zeit entwickeln, die sich wiederum mit denen des täglichen Lebens emotional verbinden. Hier entstehen Bilder, die durch das Sehen von innen heraus

erlebt werden.

Weil Zeit und Bilder, die sich denken lassen, Wirklichkeit bedeuten.

 

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Dieter Zinn, Dipl. Foto-Des. - Fotografie - Beratung - Konzeption - HH - 0171 7706 119